Lety Camp; Roma Holocaust

January 21, 2011

 

 

English article

On thursday, may 13, the Servitus office manager as well as a current and a former Servitus/ASF-volunteer joined the commemoration ceremony held for the Roma victims that suffered and died in concentration camps during the Nationalsocialists´ occupation of the Czech lands.

Between 1942 and 1943, there were two Nazi concentration camps for Roma in Bohemia and Moravia. One in Hodonín and one in Lety. From an estimated amount of 8000 Roma inmates in those concentration camps only about 600 returned after the war.

In 1995, a memorial commemorating the Roma victims was erected in Lety/Southern Bohemia. Since 1998 there have been yearly commemoration ceremonies taking place in and around Lety.

 

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Laying wreaths at the memorial for the Roma victims of the former Concentration camp in Lety.

The elderly man in the second row (2. picture) was born in the concentration camp.


The main organizer of this event is Čeněk Růžička, the president of the committee for compensation of the Roma Holocaust. Mr. Růžička survived the Porajmos which is the Romanes term for the extermination of Roma during World War II.  This year, he said, was the first time he was satisfied with the outcome of the ceremony, because this year, more than 500 guests attended the ceremony. That was a big success compared to the last year´s 50 guests.

In the Czech Republic, where racism against Roma is an everyday life phenomenon, and in Lety, where one nowadays finds a pig farm where once stood barracks, there commemorating the Porajmos is defenitly not a normality. Mr Růžička emphasized the importance of respect towards the past of the Roma community and calls for a normality of respect in his country.

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At the grave of about 200 murdered Roma. The public cemetery is situated in the neighbouring village Mirovice. Mr. Růžička telling us about the site. In the foreground you see a harmed wheel sympolizing the harmed nation of Roma. The complete wheel is the official symbol of the wordlwide Roma community.


All photos by former volunteer Hannes Westphal.

Find a well done english overview of Roma history here.

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in the Czech media

Projev Čeňka Růžičky, předsedy Výboru pro odškodnění romského holocaustu

článek na www.Romea.cz

Romea-video 1 on youtube

Romea-video 2 on youtube

článek v Parlamentních listech

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První seminář nových dobrovolníků 2010/2011

September 16, 2010

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Vítáme novou generaci dobrovolníků a přejeme krásnou dobrovolnou službu!

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generace 2010/11

Yannick Baumann v Terezíně

Berit Hansen v  Collegium Bohemicum, Ústí n.L.

Christine Blum se Živou pámětí v Praze

Tobias Wellmann na Židovské obci v Praze

Ina Hammel, Leccos v Českém Brodě

Fritjof Aufschläger se Živou pámětí v Českých Budějovicích

Eva-Maria Walther na Židovské obci v Brně

Teresa Nowak v Effetě/Brno

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během semináře v Praze 11.-17.9.2010

jazykový kurz “Co je hezký, to je český…”

Slavnostní setkání při příležitosti přivítání nových dobrovolníků Servitus

14.9.2010, Cafe MARATHON, Černá 10, Praha

dobrovolnice Ina s návštěvou z Českého Brodu

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Na vyborný společný rok 2010/2011 a mockrát děkujeme za angažmá!


Řehlovice 4.-11.6.2010

June 11, 2010

 

deutscher Artikel

Sommerseminar der ASF- und Servitus-Freiwilligen in Rehlovice 4.-11.6.2010

Bei strahlender Sonne und mediterranen Temperaturen erreichen wir Tschechienfreiwillige mit dem typischen kleinen Einwagenzug Řehlovice. Das Sommerseminar steht an. Als Seminarort dient uns das Kulturzentrum Řehlovice, ein umfunktionierter Bauernhof in der Nähe von Usti nad Labem in Nordböhmen. Lenka, die Besitzerin des Hofes, empfängt uns herzlich und zeigt uns ihr riesiges „Anwesen“. Dazu gehören die alten Gebäude, mit begrünten Dächern, unser Schlaf- und Küchentrakt und nicht zu vergessen: die Feuerstelle und der kleine Teich. Diesen ehemaligen Hof hat Lenka mit ihrem Vater zu einem Kulturzentrum umgebaut. Heute ist er  Treffpunkt für Künstler aus Tschechien, Deutschland und Österreich, aber auch die Musikszene aus Usti weiß den Ort zu schätzen.

Auf uns wartet ein volles Programm. Die Auseinandersetzung mit der Deutsch-Tschechischen Beziehungsgeschichte steht dabei im Mittelpunkt.

Wir nähern uns dem Thema zuerst mit einer Textarbeit in Kleingruppen, in der wir uns unterschiedlichen Epochen der deutsch-tschechischen Geschichte widmen. Nach der Lektüre stellen die frischgebackenen Experten ihre Ergebnisse vor. So erfahren wir Hintergründe über Zwangsarbeit, sudentendeutsche Antifaschisten, die sog. Vertreibung und die Entwicklung beider Länder nach 1945.

Doch es soll nicht bei der Theorie bleiben. Auf den Spuren der Sudentendeutschen verbringen wir einen Tag in Usti, das ehemalige Aussig an der Elbe. Hier bekommen wir eine Stadtführung vom Stadtarchivar Herr Kaiser, der mit persönlichen Anekdoten lokale Geschichte lebendig werden lässt. Im Collegium Bohemicum, dem Freiwilligen-Projekt in Usti, sind wir anschließend mit Herrn Adamec, einem sympathischen älteren Herrn, verabredet. Er selbst hat als Kind eines deutsch-tschechischen Paares die Zeit der Vertreibung der Deutschen hautnah miterlebt. „Ich bin ein Dagebliebener“, erklärt er uns. Er erzählt aber nicht nur von den vergangenen Zeiten. Vielmehr nutzt er die Gelegenheit uns jungen Menschen seine angehäuften Lebensweisheiten mit auf den Weg zugeben. So hören wir, dass es nicht wichtig sein darf, welcher Nation jemand angehört, sondern ob er ein „Mensch oder Saumensch“ ist.

Dr. Kaiser

Mr. Adamec

Wir begeben uns auf Spurensuche. Ist noch etwas von der ehemals so durchmischten Bevölkerung zu merken, wenn man durch die Ortschaften geht? Zwei Mitarbeiter, Ondrej und Katrin, von Antikomplex (www.antikomplex.cz ) führen uns auf unserer Wanderung durch nordböhmische Berge und Wälder. Sie können uns auf kleine bauliche Unterschiede an Häusern aufmerksam machen, die viel über die deutsch-tschechische Vergangenheit dieser Orte verrät. Und tatsächlich finden wir auch mitten in den Wäldern Überreste eines „verschwundenen Dorfes“, das einst von deutschsprachigen Böhmen bewohnt war und nach dem 2. Weltkrieg nicht wieder besiedelt worde war.

“verschwundene” Sudentendörfer

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Während des Seminars begeben wir uns auch auf die Spuren unserer eigenen Geschichte. Einen gesamten Tag widmen wir uns unseren Familienbiografien, zu denen wir seit längerer Zeit individuell geforscht hatten. Wir hören Berichte über Flucht, überhäufen die Karte Europas mit Fähnchen und verstehen, dass unsere Familien und Vorfahren aus den verschiedensten Teilen Europas kommen. Bilder aus Familienalben unterstützen das Gehörte und versetzten uns zurück in vergangene Zeiten.

Zudem hatten alle Seminar-Teilnehmenden in den Wochen zuvor in ihren jeweiligen Einsatzstellen ein Interview mit ZeitzeugInnen geführt. Diese Interviews werden in Rehlovice vorgestellt und veranschaulichen uns in einer grossen Breite die Vielfältigkeit der deutsch-tschechischen Beziehungsgeschichte anhand.

Neben diesen ernsten Dingen kommt der Spaß aber auch nicht zu kurz. So machen wir Ausflüge in die verschiedensten kulinarischen Küchen: Wir versuchen uns an selbstgemachter Steinofenpizza, grillen und lassen uns im ansässigen Dorfrestaurant mit tschechischer Mittagsküche verwöhnen. Bei dem plötzlichen Sommerausbruch sind wir  froh uns im hofeigenen Teich abkühlen zu können – nicht selten artet dies in wilde Schlammschlachten aus. Abends sitzen wir gemeinsam am Lagerfeuer bei einem Gläschen Wein und diskutieren „viel zu friedlich“ miteinander (Zitat aus der FW-Gruppe). Die Stimmung kocht hingegen wenn eine Wizard-Partie in die heiße Phase geht…

 

Nach einer Woche heißt es Abschied nehmen. Und das nicht nur von den anderen Freiwilligen bis zum nächsten Treffen, sondern auch langsam von dem Land, das uns für dieses Jahr aufgenommen hat. Noch bleiben uns zwei Monate  – die schönen Sommermonate – für viele weitere Erlebnisse und Unternehmungen.

Almut Klose, 20, Źivá pámět´ Prag

David Jung, 20, Jüdische Gemeinde Prag

 

2009/2010 generation of Servitus volunteers

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fotos:

Friedemanm Wulf-Woesten

Lenka Holíková

Klaudia Schümann

Finja Schlake

Almut Klose

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Hannes Tholen & Živá pamět’

June 1, 2010

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ćesky – deutsch – English

Naš dobrovolník Hannes na titulní stránce roční zprávy Živé paměti 2009. Hannes od září 2008 do srpna 2009 pracoval v Českých Budějovicích se Živou pamětí a Charitou. (viz hostitelské projekty)

Unser Freiwilliger Hannes auf der Titelseite des Jahresberichtes 2009 der Organisation Živá pamět’, übersetzt Lebendige Erinnerung. Hannes war von September 2008 bis August 2009 Servitus- und ASF-Freiwilliger in Budweis, wo er mit Živá pamět’ und der Charitas zuasmmen arbeitete.

Our volunteer Hannes on the first page of the 2009 annual report of Živá pamět’ (Living Memory). Hannes was volunteering from september 2008 until august 2009 with Živá pamět’ and Charity in Budweis.

Hannes s klientem.



A weekend in Loštice

May 10, 2010

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English article

deutscher Artikel unten

odkaz na český článek dole

The group of  Servitus volunteers spent a weekend in Loštice/Northern Moravia to work on an almost 500 year old Jewish cemetery. May 7-9, our main task was to uncover the historical cemetery wall.

The Jewish community was founded in the middle of the 15th century. In 1942 all the 59 community members were deported to concentration camps. Only 3 adults and 6 children survived and returned to Loštice. A Jewish community has never again been established though.

Nowadays the locally active initiative “Respekt&Tolerance” works on renovating the cemetery and synagoge. They generally deal with researching the Jewish history of the region.

On friday, we also were invited to join the Shabbat at the Jewish community in Olomouc.

Almost all pictures were taken by Friedemann Wulff-Woesten. He is the current volunteer in Terezín/Theresienstadt. Some pictures were taken by the former Brno volunteer Hannes Westphal (HW).

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Deutscher Artikel

Die Servitus-Freiwilligengruppe und drei Gäste aus Deutschland und Österreich verbrachten vom 7.-9. Mai ein gemeinsames Wochenende in Nordmähren. Nachdem Freitag am späten Nachmittag alle 17 Teilnehmenden in Olomouc angekommen waren, begaben wir uns zur dortigen jüdischen Gemeinde, wo wir zu Shabbat-Gottesdienst und anschließendem Abendessen eingeladen waren. Wir wurden herzlich vom Gemeindevorsteher Petr Papousek begrüßt, mit dem wir uns über die Geschichte der Gemeinde unterhalten konnten. Die derzeitige Olomouc-Freiwillige Magda pflegt die Beziehung zur jüdischen Gemeinde. Alle zwei Wochen besucht sie den Shabbat-Gottesdienst und bleibt auch zum gemeinsamen Abendessen.

Mit vielen Grüßen, die wir am Zielort diversen Leuten überbringen sollten, und vollen Bäuchen ging es mit Zug und Bus weiter nach Loštice, einem kleinen Ort mit beeindruckender jüdischer Geschichte. 1544 taucht diese jüdische Gemeinde erstmals in Chroniken auf. Der Friedhof der Gemeinde besteht seit 1554; auf ihm arbeiten wir den Samstag hindurch, um die historische Friedhofsmauer für weiterführende Bauarbeiten freizulegen. 1942 waren alle 59 Gemeindemitglieder deportiert worden. Von ihnen überlebten 3 Erwachsene und 6 Kinder. Sie kehrten nach Loštice zurück, doch eine jüdische Gemeinde gab es nie wieder.

Herr Stipl von der örtlichen Innitiative „Respekt a Tolerance“, gab uns einen Einblick in die jüdischen Geschichte von Ort und Region und führte uns in die noch erhaltene Synagoge, die bald renoviert und als Ausstellungsraum genutzt werden soll. Auch der Bürgermeister, Herr Lolek, stattete uns einen Besuch ab und sang uns in der Synagoge – zur Verdeutlichung der guten Akkustik – ein Lied.

Magda und ihre Brünner Freiwilligen-Kollegin Susanne organisieren auf dem Friedhof in diesem Jahr ein ASF-Sommerlager. Herr Stipl und Herr Papousek sind dankbar für die Hilfe und freuen sich über das Interesse der jungen Generation und auf kommende Arbeitseinsätze.

Das Wochenende war inhaltlich spannend, körperlich herrlich erschöpfend, wetterlich ein Glücksfall und gruppentechnisch ein großer Spaß!

Wenn nicht anders gekennzeichnet, wurden alle Fotos von unserem Terezin-Freiwilligen Friedemann Wulff-Woesten gemacht. HW ist das Kürzel für Hannes Westphal.

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Visiting the Jewish community in Olomouc for Shabbat.


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The volunteers in front of resp.  inside the Loštice synagoge.

(following pictures taken by Ludek Stipl from “Repect and Tolerance”)

Mr. Štipl (“Respekt&Tolerance”) and Mr. Lolek (major of Loštice) welcoming us in the synagoge (HW)

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in the media

See the doc-file and find a picture and a small text that was published in the daily newspaper “Deník” on tuesday, may 11: Deník 11.05.2010

 



27.1. Památná bohoslužba – Gedenkgottesdienst

January 28, 2010

Český článek

deutscher Bericht unten…

Od roku 2005 celý svět slavi 27. leden jako den za obeti nationálního socialismu. To je den, kdy byla v roce 1945 osvobozená Osvětim.

Servitus a její německý partner Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) ve spolupráci s německy mluvícím sborem v Praze zvali 31.1.2010 na ekumenickou vzpomínkovou bohoslužbu “U Martina ve zdi”.

Tento rok jsme se rozhodli poukázat na tématiku Eutanázie v období druhé světové války. Spolu s dobrovolníky jsme tuto pamatnou bohoslužbu připravili.

Dohromady s nimi jsme připravili i meditační památnou stezku s na příklad uměním postižených lidí nebo s kratkými clánky, otázkami, dopisy a fotkamy. Každý impuls dál možnost zamýšlet se nad tématem.

Bohoslužba byla dvojjazyčná a povedlí ji farář Frank Leßmann-Pfeifer a farář Jaromír Dus.

Dále najdete fotky z bohoslužby. Zúcastnilo se teměr 70 lídí.

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Příprava bohoslužby – Gottesdienstvorbereitung

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dHeslo „Euthanasie“

V průběhu oficielního programu Euthanasie „Akce T4“ v letech 1940 a 1941 bylo povražděno přibližně 70.000 lidí. Díky církevnímu odporu musela být Akce T4 přerušena. V usmrcování se pokračovalo, aniž to již bylo centrálně řízeno, odpíráním stravy, léků a zanedbáním péče.
Od jara 1942 následovaly deportace nejméně 619 pacientů židovského původu z protektorátních ústavů do terezínského Ghetta. Tam mnozí zemřeli. V březnu 1944 se uskutečnil transport psychiatrických pacientů do Osvětimi. Bylo deportováno 498 osob, 17 přežilo.

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Památná bohoslužba – Gedenkgottesdienst

Farár/Pfarrer Lessmann-Pfeifer.

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Klaudia Schümann, zástupce/Vertreterin Servitus & ASF-CZ.

Biografie obeti nacistické Eutanázie. – Biographical fragments of victims of the NS-Euthanasy.

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Dopis Franze Rosenzweiga. – Brief von Franz Rosenzweig.

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Dopis Franze Rosenzweiga

Franz Rosenzweig (25. prosince 1886, Kassel – 10. prosince 1929, Frankfurt/M.) byl německo-židovský filosof, překladatel Bible a spolu s Martinem Buberem tvůrce filosofie dialogu. Buber-Rosenzweigovu medaili uděluje každoročně rada “Společností pro křesťansko-židovskou spolupráci” osobám, jež se o tuto spolupráci zvláště zasloužily.


Kassel, 11. března 1920c

Moje milá sestřičko, děkuji ti za milá slova. Víš, nemusíš litovat, že jsi sama neměla sílu „kolikrát správně říci pravdu, která by ti pomohla“.

Takovou sílu nemá žádný člověk. Žádný člověk nemůže sám sobě pomoci. Na světě je mnoho lidí, kteří si to namlouvají, ale daří se jim to tak málo, jako se podařilo baronu Prášilovi vytáhnout se z bažiny za vlastní pačesy.

Člověk může vždy jen druhého, který právě vedle něho v bahně vězí, za kštici popadnout. To je ten „bližní“ o němž mluví bible. A co je na tom podivuhodné, je to, že i když každý vězí v bahně, přesto může svého bližního vytáhnout, nebo spíše zachránit před utopením. Pevnou zem pod nohama nemá nikdo, každého jen drží ruce dalšího bližního, které se ho chopily. A tak drží jeden druhého a často, většinou zcela přirozeně, (neboť oni jsou si svými bližními), i ti „Dva“ sebe navzájem. Toto mechanicky zcela nemožné vzájemné držení je možné jen proto, že ta velká Ruka shora všechny ty přidržující lidské ruce sama pevně drží. Odtud, od ní, nikoli od nějaké pevné půdy pod nohama, která by byla po ruce, přichází všem lidem síla – držet a pomáhat. Nestojíme, jsme jen neseni „jako orel nosí své mládě“. Ať ti Edita poví, kde to v bibli najdeš. Polib ji za mne!

Její i tvůj Franz

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Dobrovolnice z Brna popiše, proč se chtěla zapojit do projektu s lidmí s postižením. – Eine Brünner Freiwillige erzählt, warum sie im Projektbereich “Menschen mit Behinderungen” arbeitet.

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Umění lidí s postižením z katalogu “Nasen riechen Tulpen”/Würth. – Kunst von Menschen mit Behinderung im Katalog “Nasen riechen Tulpen”/Würth.

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Přímluvná modlitba dobrovolníků. – Die Fürbitten der Freiwilligen.

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Modlitba.

  • Myslíme na oběti Národního socialismu a přimlouváme se za rodiny, ve kterých je vzpomínka na to co prožily ještě živá. Pomoc, ať strach a beznaděj mizí a může růst jistota a důvěra.
  • Prosíme tě o respekt a láskyplné vztahy mezi lidmi kteří potřebují zvláštní péči i lidmi zdravými.
  • Přimlouváme se za všechny, kdo ve své každodenní práci přispívají k tomu, že se lidé vzájemně nalézají a navzájem si tam, kde by jinak pomoc, dobré slovo, ani vzájemný vztah neexistovaly, pomáhají.
  • Přimlouváme se za všechny lidi, kteří se dnes ocitají na okraji společnosti a jsou zapomenuti, okukováni, nebo ignorováni. Pomoz nám společně budovat společnost, ve které se navzájem respektujeme, jeden druhého si vážíme a máme o sebe navzájem starost
  • Prosíme tě, ochraňuj ty, kdo se jako pomocníci a pomocnice angažují v krizových oblastech a tam, kde se válčí, daruj lidem naději a brzký mír.
  • Prosíme tě, dej vytrvalost a naději těm, kdo trpí hladem, pronásledováním a útlakem a těm, kdo jsou sami, dej sílu.

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Deutscher Artikel

Seit 2005 wird jährlich der 27. Januar als internationaler Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus begangen. An diesem Tag wurde im Jahr 1945 Auschwitz befreit.

Servitus und ihr deutscher Partner Aktion Sühnezeichen Friedensdienste haben am 31.1. 2010 in Kooperation mit der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde zu Prag zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst geladen.

Dieser Gottesdienst fand das dritte Jahr in Folge statt. In diesem Jahr stand die Veranstaltung unter dem Thema “Euthanasie während des 2. Weltkrieges”. Gemeinsam mit den ASF-Freiwilligen von Servitus wurde der Gedenkgottesdienst vorbereitet. Zentral war ein Ge-Denk-Weg, der in der Kirche (“Martin in der Mauer”) aufgebaut worden war und der auf verschiedenen meditativen Stationen dazu einlud, Kunst, Gedanken, Fotos, Biografien von und über Menschen mit Behinderungen auf sich wirken zu lassen.

Der Gedenkgottesdienst fand zweisprachig statt und wurde von den Pfarrern Frank Leßmann-Pfeifer und Jaromír Dus geleitet.

Im Folgenden finden Sie Fotos, Fürbitten und Texte. Es nahmen ungefähr 70 Personen am Gottesdienst teil.

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Stichwort „Euthanasie“

Im Zuge des offiziellen Euthanasie-Programms „Aktion T4″ wurden zwischen 1940 und 1941 ca. 70.000 Menschen ermordet. Aufgrund kirchlichen Widerstandes musste die „Aktion T4″ abgebrochen werden. Die Tötungen wurden jedoch durch Nahrungsentzug, Medikamente und Vernachlässigung in einer dezentralen Form fortgesetzt.
Ab Frühling 1942 erfolgte die Deportation von mind. 619 PatientInnen jüdischer Herkunft aus Anstalten des Protektorats ins Ghetto Theresien-stadt. Viele verstarben dort. Im März 1944 erfolgte ein Transport von PsychiatriepatientInnen nach Auschwitz. 498 Menschen wurden deportiert, von denen 17 über-lebten.
Nach dem Gottesdienst sind Sie eingeladen, sich mit der kleinen Ausstellung im Nebenraum einen inhaltlichen Überblick über das national-sozialistische Euthanasie-Programm zu verschaffen. Dabei wird in im Besonderen auf das „Reichsprotektorat Böhmen und Mähren“ sowie den „Reichsgau Sudentenland“ eingegangen.

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Brief von Franz Rosenzweig

* 25. Dezember 1886 in Kassel; † 10. Dezember 1929 in Frankfurt am Main. Franz Rosenzweig war ein deutsch-jüdischer Historiker und Philosoph. Seine im Dialog mit christlichen Freunden gewachsene jüdische Religionsphilosophie gilt als Angebot für einen interreligiösen Dialog.

Kassel, 11. März 1920

Meine liebe, kleine Schwester, ich danke dir für deine lieben Worte. Weißt du, das es dir gar nicht leid zu tun braucht, dass du nicht selbst die Kraft hattest, dir „die Wahrheit mal richtig zu sagen, dir zu helfen“?

Denn kein Mensch hat diese Kraft. Kein Mensch kann sich selber helfen. Die Welt ist zwar voller Leute, die sich das einreden, aber es gelingt ihnen allen so wenig, wie Münchhausen es gelang, sich an seinem eigenen Schopfe aus dem Sumpfe zu ziehen. Jeder kann immer nur den anderen, der ihm gerade zunächst im Sumpfe steckt, beim Schopfe fassen. Dies ist der „Nächste“, von dem die Bibel redet. Und das Wunder-bare dabei ist nur, dass jeder selber im Sumpfe steckt und trotzdem kann er den Nächsten herausziehen oder vielmehr vor dem Versinken bewahren.

Boden unter den Füßen hat keiner, jeder wird nur gehalten von anderen „nächsten“ Händen, die ihn beim Schopf packen, und so hält einer den anderen und oft, ja meist ganz natürlich (denn sie sind ja gegenseitig sich „Nächste“) beide sich gegenseitig. Diese ganze mechanisch unmögliche gegenseitige Halterei ist dann freilich erst möglich dadurch, dass die große Hand von oben alle haltenden Menschenhände selber bei den Handgelenken hält. Von ihr her und nicht von irgendeinem gar nicht vorhandenen „Boden unter den Füßen“ kommt allen Menschen die Kraft, zu halten und zu helfen. Es gibt kein Stehen, nur ein Getragenenwerden. „Wie der Adler seine Brut“. Lass dir von Edith sagen, wo das steht. Und gib ihr einen Kuss von ihrem und auch deinem Franz.

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Fürbitten der Freiwilligen.

  • Wir bitten für die Opfer des Nationalsozialismus und ihre Familien, bei denen die Erinnerungen an das Erlebte noch wach sind. Hilf, dass Angst und Verzweiflung schwinden und Sicherheit und Vertrauen wachsen können.
  • Wir bitten für ein respekt- und liebevolles Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen.
  • Wir bitten für alle, die in ihrer täglichen Arbeit dazu beitragen, dass Menschen zueinander finden und sich gegenseitig helfen, wo sonst keine Hilfe, kein Wort, kein Miteinander wäre.
  • Wir bitten für alle Menschen, die heute an den Rand der Gesellschaft gestellt und vergessen sind, beäugt werden oder ignoriert. Hilf uns, gemeinsam eine Gesellschaft zu bauen, in der wir einander respektieren, achten und aufeinander aufpassen.
  • Wir bitten dich, beschütze diejenigen die sich als Helfer und Helferinnen in Krisenregionen einsetzen und schenke den Menschen in Kriegsgebieten Zuversicht und baldigen Frieden.
  • Wir bitten dich, gib denjenigen Halt und Hoffnung, die unter Hunger, Verfolgung und Unter-drückung leiden, und denen, die einsam sind, Kraft.

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Seminar in Terezín/Theresienstadt 12.-16.1.2010

January 16, 2010

skupina dobrovolniku/group of volunteers/FreiwilligenGruppe 2009/2010

Terezín/Theresienstadt: Malá pevnost, Small Fortress, Kleine Festung

dobrovolníce na prohlídce / volunteers during a guided tour

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deutschsprachiger Bericht

English report see below…

Den folgenden Bericht über das Servitus-Seminar in Terezín/Theresienstadt, das vom 12.-16. Januar 2010 stattfand, schrieb unsere Freiwillige Magda. Sie ist von September 2009 bis August 2010 Freiwillige in Olomouc. Dort arbeitet sie mit ehemaligen ZwangsarbeiterInnen und mit Menschen mit Behinderungen.

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Ich kenn ein kleines Städtchen,

Ein Städtchen ganz tiptop,

Ich nenn es nicht beim Namen,

Ich nenns die Stadt Als-ob.

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Winter. Tschechien versinkt im Schnee. Und wir kommen aus allen Himmelsrichtungen zusammen, um unser Seminar an dem im Moment wohl kältesten Ort Tschechiens zu verbringen. Terezin. Deutsch auch Theresienstadt.

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Ich erinnere mich noch gut daran, wie unsere Landesbeauftragte Klaudi uns auf dem Einführungsseminar im September erzählte, unser nächstes Seminar würde in Terezin stattfinden. Terezin – irgendwie war mir der Name aus dem Geschichtsunterricht ein Begriff: Ein Konzentrationslager? Ein Ghetto? Das größte Ghetto, Sammel- und auch Konzentrationslager Tschechiens. In meinem Kopf erschienen Stacheldraht, Baracken, Verbrennungsöfen. Für mich war eindeutig, wie das Seminar sein würde: Wir würden in einem benachbarten Ort wohnen, tagsüber in die Gedenkstätte gehen und uns intensiv mit dem Ort auseinandersetzen und abends wieder in unsere Unterkunft zurückkehren.

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Wir treffen uns in Prag am Busbahnhof. Gemeinsam steigen wir in den Bus, der uns nach Terezin bringen soll. Die Fahrt dauert eine Stunde, aber wir haben uns viel zu erzählen, es ist das erste Mal nach vier Monaten, dass wir wieder alle zusammen sind. Dann unsere Haltestelle – Terezin. Wir verlassen den Bus und finden uns plötzlich in einer hübschen Kleinstadt wieder, mit barocken Häusern, gepflegten Straßen, Weihnachtsdekoration. Auf der Straße begegnen uns Obdachlose, eine Mutter geht mit ihrem Kinderwagen vorbei, irgendwo von ferne hört man das Geschrei spielender Kinder. Terezin war nicht nur ein Ghetto, ist nicht nur eine Gedenkstätte, sondern ist auch eine Stadt. Eine Stadt, in der Menschen leben und arbeiten, mit ihren Autos fahren und mit ihren Hunden spazieren gehen.

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Wir wohnen in einem kleinen Hotel, das extra für Gruppen, die nach Terezin kommen, ausgerichtet ist. Das Haus wurde früher als Wohnstätte für die jüdischen ‚Einwohner’ Terezins benutzt, in dem Zimmer, in dem wir zu dritt schlafen, schliefen einst so an die 50 Menschen. Wie viele von ihnen haben ihren Aufenthalt in Terezin wohl überlebt? Wie viele sind durch Hunger und Überlastung, Krankheiten und Epidemien langsam und qualvoll zu Grunde gegangen? Für wie viele war Terezin die letzte Station vor Auschwitz?

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In den nächsten Tagen lernen wir den Ort kennen. Wir führen uns gegenseitig, Friedemann und Sascha, die beiden Freiwilligen, die in Terezin arbeiten, ergänzen Zahlen und Fakten. Wir stehen auf dem Marktplatz und versuchen uns vorzustellen, wie 1944 eine Abordnung des internationalen Roten Kreuzes durch Terezin geht und eine auf die Minute genau durchgeplante heile Welt vorgespielt bekommt. Wir sehen auf Bahngleise, an denen Menschen angekommen sind, denen erzählt wurde, sie würden in einem schönen Tschechischen Kurort ihr Altersdomizil bekommen, und deren erste Frage war, ob sie in ein Zimmer mit Balkon kämen. Und wir kommen an kleinen Hallen in der ehemaligen Festungsmauer vorbei, die Oft der letzte Aufenthaltsort der Tereziner war: In kleinen Papierurnen an der Wand in Regalen aufgereiht. Aber immer wieder wird unsere Aufmerksamkeit von vorbeifahrenden Autos oder rodelnden Kindern abgelenkt. Und von der schneidenden Kälte, die nach und nach unsere Zehen in schmerzende Klumpen verwandelt.

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Es gibt auch ein Kaffeehaus

Gleich dem Café de l’Europe,

Und bei Musikbegleitung

Fühlt man sich dort als ob.

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Natürlich kann so ein Seminar nicht nur ernst sein. Schließlich sollte es nicht nur um den Ort, sondern auch um uns, um unsere Arbeit in den letzten vier Monaten und unsere Pläne für die nächste Zeit gehen. Und wenn man in einer Gruppe zu zwölft zusammen ist, kommt Spaß ganz von allein. Die Abende verbringen wir bis tief in die Nacht mit Spielen und Diskutieren, Lachen und Albern sein. In der letzten Nacht kommt gegen zwei Uhr plötzlich die Idee auf, noch einmal raus zu gehen und den Schnee sinnvoll zu nutzen. Es beginnt eine saftige Schneeballschlacht und es dauert nicht lange bis wir alle klitschnass sind. Doch während wir noch voll dabei sind, drängt sich mir ein Gedanke auf, der sich nur schwer aus meinem Kopf wieder vertreiben lässt: Darf man das hier eigentlich?

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Man trägt das schwere Schicksal,

Als ob es nicht so schwer,

Und spricht von schönrer Zukunft,

Als obs schon morgen wär.

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Am nächsten Nachmittag verlassen wir Theresienstadt. Die fünf Tage sind schnell vergangen, aber sie haben sich tief bei mir eingeprägt. Ich nehme Eindrücke mit nach Hause, Gefühle, Bilder und –  Gedichte.

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Das Gedicht „Als ob“ wurde von Leo Strauss in Terezín verfasst.

Er wurde am 17.05.1887 geboren, kam am 16.9.1942 mit dem Transport XII/3  aus Frankfurt/Main nach Terezín. Am 23.1.1943 wurde er nach Auschwitz deportiert.

Er war einer der vielen Künstler – Maler, Dichter und Komponisten – , die in Terezín leben mussten.

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English report

The seminar took place in Terezin/Theresienstadt january 12-16. The following seminar report was written by Magda, our volunteer from Olomouc. She started her voluntary service in september 2009 and will stay in Olomouc until august 2010. Magda works with former forced labourers and with mentally disabled people.

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Five days seminar, five days Terezin.

How to describe a week full of contrary experiences?

It was the first time after four month that we met all together. The first time we had time to speak about our work and living experiences in our different projects and cities and about living in Czech Republic in general, a foreign country with an unfamiliar language. The first time we could talk about our problems in a group of people, who know, what everyone is talking about, and the first time we sat all together and tried to find solutions for those very problems.

But it was also the first time we went to Terezin, the former Ghetto, Concentration camp and Gestapo prison, the biggest in Czech Republic. A place that shows the cruelty of the Nazi-regime in a new way: Because Terezin was planed as a camp, which could be shown to foreigners to make them think Terezin was a “settlement for Jews”, to keep foreigners from realizing what was happening behind the walls of those nice baroque buildings.

And so the delegation of the International Red Cross, which came to Terezin in 1944, didn’t get a clue that hundreds and thousands of people had died and were still dying of  hunger, illness and diseases. And they didn’t get to know, how many of the inmates got deported to Auschwitz and other conzentration camps to be killed in the end.

It was strange for me walking through this nice city where children play and people go for a walk with their dogs, and try to imagine how it would feel, if you knew that the only way to leave this place is to die or to get deported to a place that is even worse.

Well, when a lot of young people come together they couldn’t be serious the whole day. During the evening hours of our seminar we often sat together, played games, discussed and laughed with each other almost the whole nights long. One night we went out for a snowball fight at 2 a.m. I can say that we had a lot of fun, but  for seconds a question came to my mind: Isn’t it wrong to do this at this place?

Five days seminar, five days Terezin.

How to discribe those days?

I don’t know. But I know, what is left in me after this time: Impressions, memories, feelings.

The gratefullness that I was born in a new generation. And the will to do everything for a world where similar things cannot happen.

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Litomerice