e Deutsch

 

Diese Seite widmet sich deutschsprachigen InteressentInnen von Servitus sowie den zahlreichen ehemaligen Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, die in Böhmen und Mähren ein Jahr verbracht haben.

Weiter unten auf dieser Seite und rechts in der Kategorie “Informationen auf Deutsch” finden Sie Weiteres zum tschechischen Verein Servitus.

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Aktuelles

  • Im September begrüssten wie die neue Generation von Servitus-Freiwiligen. Acht engagierte junge Menschen aus Deutschland, allesamt Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (www.asf-ev.de), begannen am 20.9. ihren Dienst in Prag, Brno, Ústí nad Labem, Budweis, Český Brod und Theresienstadt. Wir wünschen ihne für das kommende Jahr alles Gute, spannende Erlebnisse, Begegnungen und viele neue Eindrücke. – AUF EIN WUNDERBARES GEMEINSAMES JAHR!

    Die neue Freiwilligengruppe feiert den Geburtstag von Eva-Maria auf der Karlsbrücke, Sept. 2010

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    SERVITUS…

    … ist ein ökumenischer Verein mit Sitz in Prag, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, jungen und jung gebliebenen Menschen die Möglichkeit eines Freiwilligendienstes näher zu bringen. Der Verein besteht seit 2003 und wurde von VertreterInnen der evangelischen Kirchen, Jüdischen Gemeinden und der Charitas gegründet, um Langzeitfreiwilligendienste für jungen Tschechinnen und Tschechen im Ausland zu ermöglichen sowie für Nicht-TschechInnen, die ein Freiwilligenjahr in der Tschechischen Republik verbringen möchten.

    Menschen ab 18 Jahren und in vielen Fällen auch älteren Jahrgangs können mit Hilfe von Servitus derzeit einen einjährigen Freiwilligendienst in Tschechien absolvieren. Dabei ist Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (siehe unten, www.asf-ev.de) unser deutscher Hauptpartner zur Entsendung von Freiwilligen nach Tschechien. Wir koordinieren zudem die Auswahl und Entsendung tschechischer InteressentInnen für einen Dienst innerhalb der ASF-Projekte in Deutschland.

    Servitus ist beim Europäischen Freiwilligenprogramm JUGEND als Entsendeorganisation registriert, sodass über den Verein tschechische Freiwillige in verschiedendste Projekte in Europa entsandt werden können. Es ist Servitus eine zentrale Aufgabe, Freiwilligendienste in Tschechien populärer zu machen und sich langfristig stärker auf die Entsendung von Freiwilligen zu konzentrieren.

    Servitus ist für die Betreuung ihrer ausländischen Freiwilligen in Tschechien zuständig, was an erster Stelle die Erarbeitung und Durchführung des Seminarbegleitprogramms sowie regelmässige Evaluationsbesuche in den Projekten beinhaltet.

    Derzeit sind 9 Freiwillige in Tschechien eingesetzt, die über ASF ausgewählt und entsandt wurden. Sie sind am 11. September in Prag angekommen, wo wir gemeinsam ein 6-tägiges Orientierungsseminar verbrachten. Seit dem 16. September leben und arbeiten die 5 jungen Männer und 4 jungen Frauen in ihren Projekten in Olomouc, Brno, Ostrava, Budweis, Prag, Litomeřice/Terezín und Ústí nach Labem. Hier ein Foto vom 16.9.2009, das die ASF-Gruppe, die 2 Servitus-Angestellten und Freiwillige des EDYN-Netzwerkes zeigt.

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    Vorstand

    Vorsitzener: Gerhard Frey-Reininghaus, Böhmische Brüder
    Stellvertretende Vorsitzende: Michaela Vidláková, Jüdische Gemeinde Prag
    Tomáš Jelínek, Jüdische Gemeinde Prag
    Martin Řeháček

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    Geschäftsstelle

    o.s. SERVITUS

    Vladislavova 12

    110 00 Praha 1

    Tel.: 00420 – 296 243 352

    Geschäftsführung Servitus und ASF-Landesbeauftragte: Stáňa Šimuniová

    email: info@servitus.cz; tschechien@asf-ev.de

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    Projektpartner

    Derzeit arbeiten unsere Freiwilligen in folgenden Projekten:

    (Genauere Projektbeschreibungen werden demnächst ergänzt.)

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    Jüdische Gemeinden:

    – Jüdische Gemeinde in Brno/Brünn: www.zob.cz
    – Jüdische Gemeinde in Praha/Prag: www.kehilaprag.cz
    – Jüdische Gemeinde in Ostrava/Ostrau: www.kehila-ostrava.cz
    – Jüdische Gemeinde in Olomouc/Olmütz: www.kehila-olomouc.cz/rs/

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    Projekte in der historischen und kulturellen (Bildungs-)Arbeit:

    – Gedenkstätte “Theresienstadt”: www.pamatnik-terezin.cz, www.jugendbegegnung.de/terezin
    – Collegium Bohemicum in Ústí nad Labem: www.collegiumbohemicum.cz/

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    Offene Altenarbeit mit ehemaligen ZwangsarbeiterInnen:

    – Živá paměť, übersetzt: “Lebendige Erinnerung” (Prag, Budweis, Ostrava, Ústí, Olomouc): www.zivapamet.cz

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    Projekte im weiteren sozialen Bereich:

    – Leccos, Arbeit mit Roma in Český Brod: www.leccos.cz
    – Diakonie ČCE – středisko Rolnička: www.rolnicka.cz
    – Charitas Prag: www.charita-adopce.cz/index.php
    – Flüchtlingsberatung: www.uprchlici.cz
    – Charitas Brno: www.charitabrno.cz
    – “Spolu”  (übersetzt: “Zusammen”), Olomouc, Arbeit mit Menschen mit Behinderungen: www.spoluolomouc.cz

    – Effeta Brno/Brünn: http://www.fce.vutbr.cz/aiu/vojkuvka.m/ch/public/mentalnePostizeni/Effeta/popisPoskytovaniSluzby.asp

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    Finanzierung

    Die Hauptquellen zur Refinanzierung unserer Arbeit bezieht Servitus neben Spenden und Kollekten über Förderungen durch Renovabis, der Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft, das Europäische Freiwilligenprogramm Youth und den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

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    “Wir bitten um Frieden”

     

    Entstehung und Entwicklung von ASF

     

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    Die Anerkennung der historischen Schuld für die nationalsozialistischen Verbrechen steht am Anfang des Gründungsaufrufes der Aktion Sühnezeichen. Er wurde 1958 bei der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland verlesen und von zwei Dritteln ihrer Mitglieder unterzeichnet.

    “Wir Deutschen”, heißt es darin, “haben den Zweiten Weltkrieg begonnen und damit mehr als andere unermeßbares Leiden der Menschheit verschuldet; Deutsche haben in frevlerischem Aufstand gegen Gott Millionen Juden umgebracht. Wer von uns Überlebenden das nicht gewollt hat, der hat nicht genug getan, es zu verhindern.”

    In der Überzeugung, dass der erste Schritt zur Versöhnung von der Seite der Täter und ihrer Nachkommen zu gehen sei, baten die SühnezeichengründerInnen “die Völker, die von uns Gewalt erlitten haben, dass sie uns erlauben, mit unseren Händen und mit unseren Mitteln in ihrem Land etwas Gutes zu tun” – zeichenhaft, als Bitte um Vergebung und Frieden.

    Von evangelischen Christen ins Leben gerufen, ver­stand sich die “Aktion Sühnezeichen”, so der ur­sprüngliche Name, von Anfang an als ökumenisch und weltanschau­lich offen: Wer sich dem Gründungsanliegen ver­pflichtet fühlt, war und ist zur Mitarbeit einge­laden.

    Als gesamtdeutsche Organisation gegründet, verhinderte die deutsche Teilung schon bald eine gemeinsame Arbeit:

    Sühnemännchen Mit Aufräumarbeiten an drei kriegszerstörten Kirchen in Magdeburg begann 1962 der Aufbau der Sühnezeichenarbeit in der DDR. Ein Anfang, aus dem ein umfangreiches Programm kurzfristiger Freiwilligendienste entwickelt wurde: die Sommerlager.

    Die Arbeit der westdeutschen Aktion Sühne­zeichen begann 1959 mit dem Bau einer Feriensiedlung für Arbeiterfamilien aus Rotterdam im niederländischen Ouddorp. Im Laufe der 60er Jahre trat an die Stelle der anfänglichen Bau­projekte zunehmend die sozialen Friedensdienste (im In- und Ausland). Der Name des Vereins wurde 1968 in “Aktion Sühnezeichen Friedensdienste” geändert

    Mit dem Zusammenschluß der beiden deutschen Staaten entstand die Grundlage für eine Vereini­gung der beiden Aktionen. Seit 1991 werden in der gemeinsamen Aktion Sühnezeichen Friedensdienste die Freiwilligendienste von Mitarbeitern, Mitgliedern und Freiwilligen aus Ost und West fortgeführt und weiterentwickelt.

    Zu den Entwicklungen der letzten Jahre gehört die weitere Internationalisierung  der ASF-Arbeit. Aufgrund der Anfragen von Partnerorganisationen aus den Projektländern bietet ASF seit 1996 Freiwilligen aus dem Ausland die Möglichkeit, einen langfristigen Freiwilligendienst in Deutschland zu leisten. Im Herbst 2001 startet in Großbritannien ein Pilotprojekt  mit Freiwilligen aus verschiedenen Ländern, die jeweils als binationale Freiwilligenpaare in gemeinsamen Projekten arbeiten und sich intensiv mit ihren unterschiedlichen Perspektiven auf NS-Geschichte und Gegenwart  beschäftigen.

    Insgesamt arbeiten heute etwa 150 Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Israel, in Norwegen, in den Niederlanden und in Belgien, in Frankreich, Großbritannien, Polen, den USA, Rußland, Weißrußland, in der Tschechischen Republik und in Deutschland. Darüber hinaus finden in ganz Europa jährlich über 20 internationale Workcamps statt. Die Auseinandersetzung mit den Folgen des Zweiten Weltkrieges und des Holocausts bildet den Schwerpunkt der Freiwilligenprogramme. Die Projekte reichen von der Arbeit in Gedenk­stätten und in Altenpflegeheimen, über Zusammenleben und Arbeit mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen, Behinderten, Strafentlassenen und Drogenabhängigen bis hin zu Stadtteilarbeit in Slumgebieten oder Mithilfe in interreligiösen oder jüdisch-arabischen Verständigungsinitiativen in Israel. ASF vertritt die Überzeugung, daß die Nachkriegsgene­rationen keine Schuld an den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges tragen. Dennoch waren der Zweite Weltkrieg und insbesondere der Holocaust katastrophale Ereignisse in der euro­päischen Geschichte. Mit diesem Wissen will ASF über die Grenzen hinweg gegen Rassis­mus, Antisemitismus und nationalistische Überheblichkeit kämpfen.

    Die Zusammenarbeit von ASF und Partnern in der Tschechischen Republik wurde durch die politische Teilung Europas jahrzehntelang behindert. Es gab auch vor 1989 viele illegale Kontakte, zum Beispiel Sommerlager und internationale Begegnungen. Die offizielle Arbeit von Freiwilligen in der Tschechischen Republik begann 1993 in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Prag. Gegenwärtig arbeiten Freiwillige in den Sozialabteilungen der Jüdischen Gemeinden Prag und Brünn. Sie tragen warmes Mittagessen aus, besuchen die alten Leute daheim oder im Krankenhaus, helfen im Haushalt beim Putzen, Kochen und Einkaufen und haben vor allem Zeit für Gespräche. Ein zweiter Schwerpunkt der ASF-Freiwilligenarbeit liegt auf der Kooperation mit der Gedenkstätte Terezín und ihren Förder­vereinen. Der dritte Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung sozialer Randgruppen und marginalisierter Menschen: ASF-Freiwillige arbeiten z.B. in der Menschenrechtsorga­nisation SOZE und in einem Roma-Zentrum in Brünn. Im Jahre 1998 begann auf Einladung von ASF erstmals eine tschechische Freiwillige einen Friedensdienst in Deutschland.

     

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    5. Juni 2009. Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel

    mit Präsident Obama und Bundeskanzlerin Merkel

    sowie einer ASF-Freiwilligen in der Gedenkstätte Buchenwald.

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    ASF heute

    Im Bewusstsein, dass die Folgen des Nationalsozialismus noch immer spürbar sind und nur durch einen intensiven Dialog überwunden werden können, setzt sich Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) für eine Verständigung zwischen den Generationen, Kulturen, Religionen und Völkern ein.

    Verwurzelt im christlichen Glauben bemüht sich ASF dabei um Zusammenarbeit mit allen, die für eine friedlichere und gerechtere Welt eintreten.ASFLogo Ausschnitt

    Aktion

    ASF verfolgt seine Ziele durch konkretes Handeln, das heißt vor allem durch die praktische Arbeit seiner Freiwilligen, die in vielfältigen sozialen und politischen Projekten in 13 Ländern aktiv sind. Dies geschieht in der Gewissheit, dass Menschen sich in gemeinsamer Praxis näher kommen, sich selbst und andere besser verstehen lernen, sich verändern und dadurch Neues hervorbringen.

    Sühnezeichen

    Der Begriff Sühnezeichen steht für die zeichenhafte Übernahme von Verantwortung für die Folgen des Nationalsozialismus. Die nationalsozialistischen Verbrechen sind nicht ungeschehen und auch nicht wiedergutzumachen. Doch durch konkretes Handeln kann ein Prozess der Versöhnung in Gang gesetzt werden.

    Friedensdienste

    ASF strebt einen umfassenden und gerechten Frieden an. Wir engagieren uns daher in Projekten, die sich gegen die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Religion, politischen Überzeugung, nationalen oder sozialen Herkunft, Hautfarbe, Sprache, körperlichen Konstitution, sexuellen Orientierung und Identität, ihres Alters oder Geschlechts richten.

    in ausstellung

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